Mongolei Reise – 30. bis 1. August

Zu diesem Beitrag fehlen noch entsprechende Videos. Diese werden morgen noch hinzugefügt. Bitte entschuldigt eventuelle Rechtschreibfehler. Wiedermal zu spät um konzentriert zu arbeiten ;). Und danke an alle Korrekturleser! Das erspart mir viel Arbeit.

Josh geht es nach einer schweren / schmerzvollen Nacht auch am Morgen nicht besser. Im Gegenteil. Er kann sich kaum bewegen. Tunga kommt in unser Zelt um sich zu Erkunden. In ihrer Miene liegt Besorgniss. Sie bietet Josh an, gegen Mittag ins Dorf zu fahren. Dort gäbe es eine Art Krankenhaus. Nach längerem hin und her ist es abgemacht.
Viel Hunger hat Josh den Vormittag über nicht. Wir machen uns ein paar Brote, lassen den gestriegen Tag revue passieren, dösen vor uns hin und reden über dies und das. Im gesamten sehr gemütlich. Draussen veranstallten die Insekten einen Lärm, der desto länger man im stillen hin hört, noch lauter wirkt. Ab und zu schaffen es größere Insekten (gibt es für dieses Wort wirklich kein Synonym?) in unser Zelt. Vor allem riesige Heuschrecken verirren sich häufig.
Am späten Mittag geht es dann Los. Wir fahren mit dem Kleinbus in das Dorf. Vor dem doch recht anschaulichen Krankenhaus stehen wir vor verschlossenen Türen. 15 Minuten später kommt dann auch der Arzt auf einer Harley angefahren. Eine massive goldene Kette schmückt seinen Hals und sein Bauch drückt nett formuliert Wohlstand aus. Die Untersuchung wird in einem gut eingerichtetem Ärztezimmer vollführt. Es wird an mehreren Stellen gefühlt. Des Doktors Fatzit sind einige Prellungen und Verstauchungen, die gott sei dank nicht weiter schlimm seien. Trotzallem bekommt Josh ein Antibiotika verschrieben. Wieder im Wagen erzählt uns Tunga das er nur das Antibiotika verschrieben bekommen hat, weil Amara ihn gut kennt. Eine Apotheke gibt es nicht. Gegen den Wisch vom Arzt wird es unter der Tecke eines kleinen Ladens hervorgeholt. Das der Arzt es nur verschrieben hat weil er jemanden kennt hätte uns eig. ein Hinweis seien müssen. Josh muss sich spät am Abend mehrmals übergeben. Auch in der Nacht hört es nicht auf. Wir beide bleiben fast schlaflos.
Die Sonne hat die Kälte der Nacht innerhalb ihrer ersten 15 Minuten Auftritt an diesem Tag bereits vertrieben. Es ist draussen untererträglich heiß. Dadurch angespornt lassen es die Insekten noch lauter krachen. Gegen Mittag schleppe ich mich träge zum Familien Ger (mong. Zelt) rüber. Ich werde herzlich empfangen. Direkt halte ich eine Schüssel mit Milchsuppe in der Hand. Amara füllt zu meinem Entsetzen meinen Trinkbecher randvoll mit Airag. Die Gastfreundschaft gebietet es jedem Mongolen. Der Gast ist verpflichtet diese auch anzunehmen und bis auf den letzten Tropfen zu leeren. Viele Führer sagen, dass es auch reicht nur daran zu nippen. Ich würde behaupten diese Aussage ist falsch. Es wäre Verschwendung und unhöflich. Für den westlichen Gaumen ist es ungewohnt. Es ist extrem säuerlich und dennoch irgendwie erfrischent. Zu einem geringen Prozentsatz enthält es auch Alkohol (angeblich maximal 2 %). Auch die Kinder trinken häufig davon. Trotz der willkommen Erfrischung bei den extremen Temperaturen überwiegt bei mir nachwievor der wirklich nicht gute Geschmack. Ich habe mir angewöhnt den Becher in 2 bis 3 großen Zügen zu leeren. Das ist einfacher als sich mit kleinen Schlücken unnötig lange zu quälen. Es geht nach kurzen Erkundigungen wie es Josh denn nun geht direkt über zum geschäftlichen. Die Familie weiß bereits von unseren Plänen ohne Führer auf dem Pferd für ein paar Tage die Mongolei zu bereisen. Amara ist nach langen hin und her bereit sich auf eine Art Deal einzulassen. Tunga betont mehrfach das sie nicht viel Geld besitzen. Warum auch? Hier auf dem Land geht fast alles über den Tauschhandel. Die Diskussionen dauern lange. Am Ende einigen wir uns vorläufig. Schließlich muss ich Josh noch fragen was er davon hält. Im groben sieht es so aus: Wir bekommen drei Pferde mit der nötigen Ausrüstung, 400000 Tugrik (umgerechnet 220 €) und die Fahrt zurück nach Ulan-Bator. Wir nehmen uns die Nacht Zeit darüber nachzudenken. Letztendlich hört sich das für uns perfekt an.

Heute soll es eine Sonnenfinsterniss geben (1.August). Ein paar Stunden verbringen wir wieder in unserem Zelt. Ungeduldig warten wir auf die angekündigte Ereignis. Gegen 14 Uhr geben wir es auf. Am Himmel hat sich nichts verändert. Die Sonne strahlt. Enttäuscht lungern wir träge auf unseren Betten. Ich habe mir Joshs Buch ausgeliehen. „Die Entdeckung der Langsamkeit.“ lautet der Titel. Gegen 16 Uhr kommt einer der Kinder zu uns reingerannt. The sun the sun the sun… Wir stürmen raus. Tatsächlich unsere Umgebung hat sich verändert. Ein gespenstisches Licht umgibt uns. Es wirkt alles leicht blau. Schnell holen wir die Kameras. Es ist eine Teilsonnenfinsterniss. Der Mond schiebt sich leicht vor die Sonne. Es ist kaum zu erkennen. Wir sind nur 1000 Kilometer von der totalen Sonnenfinsterniss entfernt. Ich stelle mir vor, wie die Menschen im Mittelalter auf so ein Ereigniss reagiert haben müssen. Mann stelle sich eine Hexenverbrennung vor waerend eine totale Sonnenfinsterniss herrscht. Kein Wunder das Menschen früher an so etwas geglaubt haben. Später am Tag waschen wir unsere Sachen im See und nehmen viel Filmmaterial vom herrlichen Panorama auf. Ich kann es kaum erwarten, mir die Videos auf einem großen Monitor anzuschauen. Begeistert aktiviere ich den HD Aufnahmemodus. Später kommt noch unser treuer Freund zu uns. Ein Hirtenhund den wir lieb gewonnen haben.

Gegen Abend wird es recht kalt. Schnell holen wir uns eine Wanne voll mit Brennholz. In der Mitte der Wohngers der Mongolen steht immer ein Ofen, der durch ein Rohr und ein recht großes Loch im Zelt der Rauch raus pustet. Außen am Ger gibt es ein Seil in greifbarer Naehe, womit man das Loch mit einer Decke komplett abdecken kann. Dadurch wird die Waerme extrem lang im Zelt gehalten. Es reicht in der Regel für die ganze Nacht, wenn einmal das Zelt richtig aufgewärmt ist. Morgen werden wir mit den Pferden aufbrechen. Josh kann sich wieder so bewegen. Wenn auch unter Schmerzen. Ich freue mich das es wieder weiter geht. Gespannt auf das was kommt.

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