{"id":365,"date":"2008-07-28T20:00:12","date_gmt":"2008-07-28T19:00:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.j-liebl.de\/?p=365"},"modified":"2008-07-28T20:00:12","modified_gmt":"2008-07-28T19:00:12","slug":"mongolei-reise-28-juli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/j-liebl.de\/?p=365","title":{"rendered":"Mongolei Reise &#8211; 28. Juli"},"content":{"rendered":"<p>Der n\u00e4chste morgen war friedlich. Wir schliefen so gut es ging aus. Eile weiterzukommen hatten wir nicht. Es lag nicht daran das wir keine Lust mehr hatten weiterzukommen. Nein dies war ungebrochen. Jedoch heute wartete besonders viel Arbeit auf uns. Kurz bevor wir gestern unser Zelt aufbauten, auf der suche nach einem geeignetem Platz zum \u00fcbernachten, schaffte es Joshs Maschine den kompletten Gummi Mantel, der die Kette vor Schmutz und Witterung sch\u00fctzen sollte, mit in den Kettenkasten zu ziehen. Dies sorgte nun f\u00fcr unsch\u00f6ne Fahrger\u00e4usche und einer unfreiwilligen Drosselung der gef\u00fchlten PS Zahl seines Gef\u00e4hrtes.<br \/>\nMit wenig Lust und b\u00f6sen Vorahnungen machten wir uns an die Reparatur. Auch dieses mal wurden wir nicht positiv \u00fcberrascht. Zahlreiche Probleme durften gel\u00f6st werden. Es fing an mit einer Schraube die sich keinen Deut darum scherte ihre angestammte und wacklige Position am Motorrad zu verlassen. Eine halbe Stunde verging. Ein Mongole kam wie immer zur Hilfe. Diesmal hatten wir ein besonders grimmigen erwischt, der gar nicht erst versuchte zu kommunizieren. Er setzte sich einfach daneben und guckte zu. Ab und zu hielt er Hilfsbereit Gegenst\u00e4nde fest, damit sie nicht in der Gras W\u00fcste verloren gingen.  Eine Stunde sp\u00e4ter waren die gr\u00f6\u00dften Gummireste entfernt. Der Mongole war wieder von dannen gezogen bevor wir mit viel M\u00fchen (und Panzertape) den Kettenkasten wieder anbringen konnten. Das erste mal das ich das erleben durfte. Erfreut endlich losfahren zu konnten machten wir uns auf den Weg.<\/p>\n<p>Weiter als 500 Meter fuhren wir nicht von unserem Zeltplatz bis wir erneut halt machten. Vor uns tat sich eine gro\u00dfe Schlucht auf. In Gedanken dachte ich \u201eGut das das wir gestern nach links abgebogen sind und nicht nach rechts. Die Schlucht mit dem Motorrad runter w\u00e4re nicht gut gewesen.\u201c Ich blicke r\u00fcber zu Josh. Er scheint \u00e4hnliches zu denken und grinst zu mir r\u00fcber. Ich erwidere es. Es ist schon erstaunlich wie viel Gl\u00fcck wir bis jetzt hatten.<br \/>\nDie Sch\u00f6nheit die sich vor uns auftut ist atemberaubend. Bis jetzt die sch\u00f6nste Stelle die ich in der Mongolei sehen durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175238_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Die Tiefe ist recht be\u00e4ngstigend. Ich habe es nicht so mit H\u00f6hen, die mir zu nahe kommen. Josh ist da weniger zimperlich und setzt sich direkt an den Rand. Ich muss mich erst noch daran gew\u00f6hnen und n\u00e4her mich vorsichtig der Schlucht. Schlie\u00dflich sitze ich auch gem\u00fctlich am Abgrund und genie\u00dfe den Ausblick ins Bodenlose.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175243_resized.jpg?width=267&amp;height=400\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"280\" \/><img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175240_resized.jpg?width=267&amp;height=400\" alt=\"\" width=\"187\" height=\"280\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175263_resized.jpg?width=300&amp;height=400\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"240\" \/><br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignright\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175265_resized.jpg?width=300&amp;height=400\" alt=\"\" width=\"180\" height=\"240\" \/><\/p>\n<p>Leider bleiben wir nicht lange alleine am Rand stehen. Eine Touristengruppe kommt mit einem VW-Bus. Wir vernehmen deutsche W\u00f6rter. Erfreut gr\u00fc\u00dfe Ich r\u00fcber. Es wird sich angeregt unterhalten. Ein Schweitzer Team kommt imposant hinzu. Sie sind mit einem Hummer H3 von der Schweiz bis hierher gefahren. Wir Tauschen unsere Erlebnisse aus. Eine aus der deutschen Gruppe fragt uns wo unser Guide ist. Wir blicken in stellenweise erstaunte Gesichter. \u201eOhne Guide hier durch die Mongolei in eurem alter mit Motorr\u00e4dern?\u201c Wir nicken.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" align=\"center\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175748_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Josh beginnt von unseren weiteren Pl\u00e4nen zu erz\u00e4hlen. Als er zur der Stelle kommt, an der wir evtl. auf Pferde umsteigen werden wir bel\u00e4chelt. Einer fragt ob wir Reiterfahrung haben. Als wir dies verneinen habe ich das Gef\u00fchl nicht mehr erst genommen zu werden. Es juckt mich wenig. Ich wende mich ab und schaue mir die Schlucht wieder an. Ich frage mich ob es m\u00f6glich ist da runter zu kommen. Ich teile den Gedanken Josh mit. Er blickt sich ebenfalls um. Ich wei\u00df nicht mehr wem es zuerst aufgefallen ist. Rechts von uns sah es tats\u00e4chlich so aus als k\u00f6nnte man absteigen.<br \/>\n\u201eMotorr\u00e4der m\u00fcssen wir stehen lassen&#8230;\u201c sagt Josh. Ein unbehagliches Gef\u00fchl macht sich breit. Ich schau mich um. Weit und breit nichts zu sehen ausser den Touristen und Abenteurern von eben. Ich zucke mit den Achseln. Los geht es.<\/p>\n<p>Der Abstieg erwies sich als einfacher als gedacht. Kurz mache ich mir Gedanken \u00fcber evtl. Sturzfluten. \u201eWodurch entstand eine so tiefe Schlucht? Von so einem friedlich Fluss?\u201c Verwerfe diese jedoch wieder schnell. Wenn kleine B\u00e4ume am Rand stehen k\u00f6nnen die mindestens 7-8 Jahre alt sind und nicht fortgerissen wurden wird es wohl nicht so schlimm sein. Unten angekommen ist es noch sch\u00f6ner als oben. Ich freue mich aufs K\u00fchle nass! Endlich mal richtig waschen. Lange ist es her.<\/p>\n<p style=\"text-align: center; \"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175244_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Gespannt stehe ich vor dem klaren Fluss. Er sieht kalt aus. Schnell wird die Temperatur jedoch als badetauglich befunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175246_resized.jpg?width=267&amp;height=400\" alt=\"\" width=\"267\" height=\"400\" \/><\/p>\n<p>Er hat gut kraft als wir reingehen, eine Gefahr besteht jedoch nicht. Nicht mehr als Knietief, da hat die Str\u00f6mung nicht viel Angriffsfl\u00e4che. Lange bleiben wir auf zwei Steinen mitten im Gew\u00e4sser sitzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center; \"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175256_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"262\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center; \"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175257_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Es ist eine neue Art von gef\u00fchlter Freiheit. Ich sitze mitten in einem Fluss w\u00e4hrend das Wasser scheinbar in gro\u00dfer Eile an mir vorbeirauscht einem unbekannten Ziel entgegen. Selbst v\u00f6llig von der Zeit losgel\u00f6st bin ich mehr als zufrieden und beobachte das unruhige treiben \u00fcberall um mich herum. Die Sonne w\u00e4rmt mich gerade so, dass ich denke das ich keinen Sonnenbrand bekomme. Der Stein bereits auf eine angenehme Temperatur gebracht. Der Moment ist perfekt.<\/p>\n<p>Erfrischt klettern wir wieder rauf. Unser zur\u00fcckgelassen Ausr\u00fcstung und den Motorr\u00e4dern ist kein Leid zugef\u00fcgt worden. Gerade als wir losfahren wollen kommt eine neue Gruppe von Touristen. Diesmal direkt drei Kleinbusse. Schnell wollen wir uns auf den Weg machen.<br \/>\nWir legen nicht gerade einen guten Abgang hin. Ich will meine Maschine r\u00fcckw\u00e4rts den kleinen Hang, auf dem sie stand, runter rollen lassen. Sie ist schwerer als erwartet und bringt mich um mein Gleichgewicht. Vor den Augen von mindestens 20 begeisterten Zuschauern falle ich. Die Stimmung weiter anheizend schaffe ich es auch nicht sie wieder aufzustellen. Viel zu schwer ist sie samt Gep\u00e4ck. Josh hilft mir schlie\u00dflich, nachdem er es geschafft hat seine eigene in eine stabile Position zu bringen. Mit hochrotem Kopf sammele ich meinen Blinker auf, der zerdeppert im Rasen liegt und richte mein Drehzahlmesser. Den kr\u00f6nenden Abschluss bringe ich keine Minute sp\u00e4ter. Professionell nehme ich die ersten 20 Meter bis mich ein Schlagloch erneut zu Fall bringt. Ich beginne zu Lachen. Wieso muss so etwas immer dann passieren wenn so viele Leute zu gucken? Ich erinnere an meinen Abflug am ersten Tag, wo ich mich genau vor zwei Mongolen hinlege, nachdem wir ca. eine Stunde gefahren sind, ohne dass wir irgendjemanden begegneten.<br \/>\nDie weitere Reise ist anfangs sehr sch\u00f6n. Der Weg f\u00fchrt an B\u00e4umen entlang. Diese gibt es kaum in der Mongolei. Daher eine Abwechslung die gut tut. Noch ein paarmal treffen wir auf die Schlucht die sich rechts von uns befindet. Es gibt immer mehr Verkehr. Damit meine ich, dass man mal drei bis vier Autos auf einmal sieht. Sp\u00e4ter wird der Weg immer \u00f6der und verschmutzter. Gegen Mittag tut sich ein kleines eher h\u00e4ssliches D\u00f6rfchen vor uns auf. Es stellt sich heraus das es direkt am White Lake liegt. Von dem ist allerdings noch nichts zu sehen.<br \/>\nWir haben beide Hunger und freuen uns auf ein Restaurant. Dieses gibt es jedoch nicht. Nur ein paar Gesch\u00e4fte die allerlei anbieten. Wir kaufen uns viel Brot und Marmelade. Gerade als wir das zweite Gesch\u00e4ft verlassen steht eine kleine schwarzhaarige Mongolin vor uns. Sie spricht uns auf flie\u00dfendem Englisch an. In meinem Kopf stellt sich alles quer. \u201eSie ist eindeutig darauf aus Touristen an Land zu ziehen\u201c, denke ich.<br \/>\nIch wei\u00df nicht was Josh in diesem Moment empfand. Aber ich denke wir wurden beide hellh\u00f6rig als wir h\u00f6rten, dass sie Pferdetouren anbietet. Ich sah mich sofort auf dem R\u00fccken eines treuen stolzen Tieres. Wir machen ihr klar das wird keine Guide Touren machen wollen sondern wenn dann Pferde kaufen. Kurz scheint sie verwirrt l\u00e4chelt dann aber wieder schnell und bittet uns erstmal sie nach Hause zu begleiten um dort alles zu Besprechen. Wir heizen durchs Dorf. Ihr Mann, der hinterm dem Steuer sitzt, gibt ordentlich Gas. Es ist ein kleines Haus bestehend aus einem Raum und einem recht gro\u00dfen Hof mit einem Kloh\u00e4uschen. Schnell verschwinde ich darin. Freudig im Privatem zu sein. Ern\u00fcchtert stehe ich vor dem \u201eKlo\u201c. Es besitzt keine T\u00fcr und die Kinder spielen im Hof. Zudem ist ein Plumpsklo. Der Gestank ist bestialisch.<br \/>\nIm Haus hat es sich Josh bereits bequem gemacht. Eine andere Reisende sitzt ihm gegen\u00fcber. Der Raum besteht aus vier Betten. Zwei auf der einen zwei auf der anderen Seite. In der Mitte liegt ein gro\u00dfer Teppich. Ein gro\u00dfes B\u00fccheregal und einen kleinen Fernseher gibt es au\u00dferdem. Ich setzte mich auf den Boden. Es wird sich ausgetauscht. Die \u201eandere\u201c gef\u00e4llt mir nicht. Sie scheint verklemmt zu sein und ist eine typische \u201eTeetante\u201c. Eingeh\u00fcllt in Bunte T\u00fccher, M\u00e4nnerhaarschnitt, weite Klamotten, kaputte trockene Haut und Franz\u00f6sin. Eine furchtbare Kombination! Sie wirkt sehr ernst als w\u00e4re sie bei der Arbeit und nicht auf reisen. Zudem beteuert sie alle paar Minuten, dass sie nicht gedenkt irgendwie Geld auszugeben.<br \/>\nTunga, die kleine Mongolin die uns eingeladen hat mit zu kommen, beachtet sie kaum. Es werden viele Fragen gestellt. Woher wir kommen, was unsere weiteren Pl\u00e4ne sind, wie alt wir sind und so weiter. Es wird ein angenehmes Gespr\u00e4ch. Amara, Tungas Mann, kann kein Englisch. Deswegen dolmetscht Tunga f\u00fcr ihn. Wir erz\u00e4hlen ihm von der Idee ohne Guide mit Pferden weiter zu reisen. Er verzieht kaum eine Miene. \u201eHabt ihr Erfahrung mit Pferden?\u201c fragt uns Tunga. \u201eWir sind beide schon mal geritten.\u201c antwortet Josh. Dies ist nicht gelogen. Ich sa\u00df mal mit 12 auf einer Mexikanischen Ranch f\u00fcr 10 Sekunden auf dem R\u00fccken eines Pferdes was sich ein paar Schritte bewegt hat. Nat\u00fcrlich nicht zu vergessen meine zweimal in der Mongolei.\u00a0Amara\u00a0zieht die Augenbraun hoch und verweilt f\u00fcr einen Augenblich auf unseren Gesichtern. Dann wendet er sich seiner Tochter zu.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175260_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Schnell wird uns bewusst sie kann sich bewegen wie ein Schlangenmensch. Stolz erz\u00e4hlt uns Tunga das sie zu den besten ihres Alters in der Mongolei geh\u00f6rt. Mir wird unwohl, als sie uns ein paar ihrer Tricks zeigt. Jeden Moment bricht sie auseinander denke ich.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter\" title=\"Bild\" src=\"http:\/\/iloapp.j-liebl.de\/data\/_gallery\/public\/12\/1252175261_resized.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"292\" \/><\/p>\n<p>Wir lassen uns alle anstecken. Tungas \u00e4lterer Sohn zeigt ein paar Turn\u00fcbungen. Ich brenne darauf ebenfalls ein bisschen anzugeben und f\u00fchre meine Turntricks vor. Grinsend setzte ich mich wieder. Sofort versuchen die Kinder alles nachzumachen. Es ist eine lustige Runde. Tunga zeigt uns voller Stolz einem Eintrag im Lonely Planet. \u201eVor einem Jahr war ein Mann hier der f\u00fcr  Lonely Planet schreibt. Er hat mir damals versprochen das er mich erw\u00e4hnt.\u201c Zugegeben ich bin leicht beeindruckt. Der Verfasser lobt Tunga und ihr \u201eUnternehmen\u201c f\u00fcr die Liebe die sie und ihre Familie ihm entgegenbrachten.<br \/>\nAmara greift hinter sich. Eine 1 L Wodka Flasche kommt zum Vorschein. Mir ahnt schlimmes. Nur zu gut habe ich Erinnerung was in den F\u00fchrern \u00fcber die Mongolei stand. \u201eMongolen messen sich gerne, indem sie ihr Gegen\u00fcber unter den Tisch saufen.\u201c Nat\u00fcrlich grob ausgedr\u00fcckt.<br \/>\nJetzt w\u00fcrde man vermuten dass er kurze als Beh\u00e4ltnis nimmt. Leider sind es recht gro\u00dfe Plastikbecher, die er zu H\u00e4lfte f\u00fcllt. H\u00f6flich bietet er der Franz\u00f6sin etwas an. Mehr muss ich dazu nicht schreiben. Sie hilft uns nicht. Ehrf\u00fcrchtig blicke ich auf den Wodka in meinem Becher. \u201eNaja da m\u00fcssen wir wohl durch\u201c, denke ich und grinse zu Josh r\u00fcber. Wir heben den Becher und leeren ihn in einem Zu nacheinander. Er brennt ordentlich und ich versuche mir nichts anmerken zu lassen, dass dies grad au\u00dferordentlich viel auf einmal war. Zu meinem gro\u00dfen Best\u00fcrzen f\u00fcllt er unseren Becher nach. Betr\u00fcbt blicke ich in meinen Becher. Gerade erst habe ich mich schweren Herzens \u00fcberwunden. Jetzt geht es wieder von vorne los. Hoch den Becher und runter. Diesmal merke ich wie es mir zu Kopf steigt. Der Wodka erf\u00fcllt meinen ganzen K\u00f6rper. Ich kann in riechen als w\u00fcrde ich darin Baden. Ich brauche wohl nicht zu erw\u00e4hnen, dass unsere Becher erneut gef\u00fcllt wurden.<br \/>\nBeim dritten Mal muss ich einen schweren W\u00fcrgereiz unterdr\u00fccken. Ich merke wie der Alkohol seinen Tribut fordert. Mir ist schwindelig und ich bin angeheitert. Nach der f\u00fcnften Runde ist die Flasche leer. Drau\u00dfen d\u00e4mmert es. \u201eZeit zum See zu fahren!\u201c ruft Tunga. Ich blicke sie ungl\u00e4ubig an. Ich bin froh wenn ich gerade stehen kann. Immer wieder kommt mir der Wodka in die Nase. Ich lege meine Hand auf Joshs Schulter und blicke ihn vielsagend an. Wir Lachen leise. \u201eIn diesem Zustand noch Motorrad fahren. Das ist doch bescheuert.\u201c sage ich, lache weiter und stolper zu meinem Motorrad. Mit M\u00fche fummel ich den Schl\u00fcssel aus meiner Tasche. Wieder sollen wir Amara folgen. Das Duell ist noch nicht zu Ende. Amara gibt diesmal richtig Gas. Wir preschen hinter ihm her und geben uns keine Bl\u00f6\u00dfe. Ein Blick auf die Tachonadel zeigt mir flotte 60 bis 80 km\/h. Wohlgemerkt wir fahren auf keinem befestigten Weg. Schlie\u00dflich verlieren wir einen Werkzeugkasten und bleiben stehen. Amara kommt zur\u00fcck gerollt und steigt aus und deutet an das er fahren m\u00f6chte. Josh ist begeistert, dr\u00fcckt ihm den Helm in die Hand und schwingt sich in den Minibus. Amara lacht und setzt sich erstaunt den Helm auf. Zugegeben waren wir die einzigen, die ich in der Mongolei mit einem Helm habe fahren sehen. Seine kleine Tochter setzt sich hinten drauf.<br \/>\nJosh gibt noch mehr Gas. Der Bus wackelt vor meinen Augen ordentlich durch die Gegend. Schreiend fahre ich hinterher. Amra ist mir dich auf den Fersen holt mich jedoch nicht ein. Beinahe verliere ich die Kontrolle \u00fcber meine Maschine und h\u00e4nge kurz schr\u00e4g auf ihr. Doch das hohe Tempo stabilisiert mein Motorrad schnell. Nach 10 Minuten erreichen wir Tungas Camp. Herzlich werden wir von ihrer gro\u00dfen Familie begr\u00fc\u00dft. Ihre Mutter bereitet uns etwas zu essen. Diesmal ist das Essen nicht so anstrengend wie sonst. Das z\u00e4he Fleisch beruhigt meinen vor Wodka brodelnden Magen. Ges\u00e4ttigt bekommen wir unsere eigene Jurte zugewiesen. Sie ist mollig warm, weil der Ofen f\u00fcr uns, der in der Mitte steht, bereits angemacht wurde. Gl\u00fccklich lasse ich mich auf eines der vier Betten fallen. Wir haben die Jurte f\u00fcr uns alleine. Morgen besprechen wir wie es weiter geht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der n\u00e4chste morgen war friedlich. Wir schliefen so gut es ging aus. Eile weiterzukommen hatten wir nicht. Es lag nicht daran das wir keine Lust mehr hatten weiterzukommen. Nein dies war ungebrochen. Jedoch heute wartete besonders viel Arbeit auf uns. Kurz bevor wir gestern unser Zelt aufbauten, auf der suche nach einem geeignetem Platz zum [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,9],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/365"}],"collection":[{"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=365"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/365\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=365"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=365"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/j-liebl.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=365"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}